Philosophische Reisen

Besondere Events sind Philosophische Reisen. Philosophische Reisen führen zum Ort des Geschehens. Nirgends sind wir der Philosophie näher. Nach Sils-Maria ins Engadin etwa, wo Friedrich Nietzsche die Fundamente der abendländischen Philosophie sprengen wollte – und seinen Zarathustra ausbrütete. Oder ans Matterhorn, um über die Natur zu philosophieren und antike Einsichten mit denen der modernen Wissenschaften zu verflechten. Oder in die Toscana, wo die einzigartige Harmonie einer Kulturlandschaft dazu einlädt,über das atemberaubende evolutionäre Projekt des homo sapiens zu diskutieren. Oder auf den Peloponnes, weil unter dem blauen Himmel der Ägäis und in der Nähe von Mykene, Korinth und Epidaurus uns Sokrates und Platon einfach näher sind als in Mitteleuropa.

Dass in der Antike die Philosophie auch ein Projekt der Lebenskunst war, wird auf der Höhe unserer Zeit wieder erlebbar.

Philosophische Reisen sind touristische Unternehmungen, die die Welt nicht auf museale Schaufenster reduzieren. Sie führen in Landschaften und zu Orten, die ein Thema für uns Menschen sind. Es ist ein besonderes Erlebnis, gemeinsam verborgene Schichten der Kultur(en) freizulegen und zukünftige Perspektiven der Menschheit zu erahnen. Mit dem Luxus, Zeit zu haben für das Wesentliche und ein Thema in seinen Verzweigungen zu verfolgen. Und verspricht eine philosophische Reise ein Gruppenerlebnis der besonderen Art.

Spätestens nach dem zweiten Frühstück wächst die Gruppe zusammen. Charaktere schliessen sich auf. Auf Spaziergängen und Exkursionen kommt man sich auch privat näher. Manche Freundschaften haben sich schon dabei gebildet.

 

In diesem Bereich tätige Mitglieder :

Peter Vollbrecht
Detlef Staude
Mirjam Musica
Willi Fillinger

Philosophische Beratungen

Philosophische Gespräche als Bestandteil einer spätmodernen reflexiven Lebenskunst

Jeder schöpferische Prozess ist von einer Aura der Angst umgeben.

James Lord über Alberto Giacometti

Über das Chaos Herr werden, das man ist; sein Chaos zwingen, Form zu werden – das ist hier die grosse Ambition.

Friedrich Nietzsche

Der Versuch, sich selbst und seinem Leben Form zu geben, eigenartig – seiner eigenen Art gemäss – zu leben, seine eigene und die Eigenart der Anderen zu respektieren, sich vom Lärm des (äusseren und inneren) Stimmengewirrs nicht überwältigen zu lassen – kurz, der Mut, man selbst zu sein – ist, wie jeder schöpferische Prozess, mit Freude, aber auch mit Angst verbunden.
„Es scheint, als hätten sich 2000 Jahre nach Platon nicht nur die Götter, sondern auch die Weisen zurückgezogen und uns in allem allein gelassen“, schreibt Peter Sloterdijk, und Sebastian Haffner betont, dass „die wirklich zählenden geschichtlichen Ereignisse und Entscheidungen sich unter uns Anonymen abspielen, in der Brust einer jeden zufälligen und privaten Einzelperson.“ Das heisst beides: wir sind allein und jede/r von uns zählt.
Die Philosophische Praxis ist der Ort, wo wir angesichts der Rhetorik der „technischen Imperative“ und „ökonomischen Zwänge“ erwägen, aus welchen Quellen wir heute Mut, Zuversicht – vielleicht Weisheit – schöpfen könnten.

Eva Schiffer

 

In diesem Bereich tätige Mitglieder:

Eva Schiffer
Martina Bernasconi
Willi Fillinger
Thomas Gutknecht
Detlef Staude
Clemens Breitschaft
Roger Hofer
Harry Wolf
Bernadette Straessle
Mirjam Musica
Imre Hofmann
Albert Hoffmann
Oriana Brücker

Philosophieren mit Kindern

Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen

Gareth B. Matthews, Vater zweier Kinder und einer der Begründer der sogenannten „Kinderphilosophie“ traf eines Tages die folgende Abmachung mit seinem fünfjährigen Sohn, der ein typischer Vielfrager war: „Wenn du mich etwas fragst“, sagte der Vater, „will ich mir gern eine Antwort überlegen, aber ich möchte dich dann auch mal was fragen dürfen…“ „In Ordnung“, befand das Kind, „und dann werde ich mir eine Antwort für dich ausdenken.“

Von da aus entspannen sich mehrere über längere Zeit andauernde Gespräche, die der Vater getreulich aufnotierte, so wie Platon einst die Gespräche zwischen Sokrates und dessen Schülern festgehalten hatte.

Eines Tages hörte Matthews den Kleinen mit seiner achtjährigen Schwester reden: „Weißt du eigentlich, was Papa und ich tun?“ „Nein, was denn?“ „Wir schreiben Dialoge!“ „Ach… und worüber denn?“ „Über Dinge, die wir nicht verstehen…“

Philosophieren heisst, beharrlich im Dialog stehen über „Dinge, die wir (noch) nicht verstehen“. Dies geht über den blossen Gedankenaustausch, der gemeinhin „Diskussion“ genannt wird, hinaus, denn beim Philosophieren beschäftigt man sich nicht nur mit Bekanntem, sondern auch mit neuen Ansichten, und man versucht, aus den unterschiedlichen Meinungen der GesprächspartnerInnen einen gemeinsamen Erkenntnisfortschritt zu erreichen.

Worüber lässt sich mit Kindern philosophieren?

Über alles, was uns als Menschen in unserem Menschsein betrifft: Woher wir kommen, wohin wir gehen, wozu wir auf der Welt sind und wie wir leben sollen… Sich als Mensch darauf zu besinnen, wer man ist, wie man sich verändert, ob man sich wirklich kennt und weiss, was Leben bedeutet… das sind die grossen Fragen der philosophischen Anthropologie (Menschenkunde) und der Ethik, die gestellt wurden seit Sokrates damals in Athen seine Mitbürger damit aufscheuchte.

Wie philosophiert man denn eigentlich?

Wie man beim Schreiben die „Bausteine“ Buchstaben und beim Rechnen die Zahlen und das Einmaleins kennen sollte, so gibt es auch für das Philosophieren gewisse Grundtechniken, die von den Fachleuten ebenso benutzt werden, wie man sie im Kleinen, z. B. mit eben schon Kindern einüben und anwenden kann:

Beharrlich an der gewählten Frage bleiben und sie von vielen Seiten beleuchten

Selbstverständliches nochmals mit neuen Augen ansehen und sich fragen: Ist es wirklich so, wie ich es bisher gesehen oder verstanden habe?

Meinungen aller Beteiligten anhören und nach Gründen suchen, die die Ansichten stützen oder aber auch in Frage stellen könnten

Immer wieder die Wörter und Begriffe, die man benutzt, klären: Wer versteht eigentlich genau was unter einem bestimmten Ausdruck?

Nicht zuletzt spielt die Phantasie eine wichtige Rolle, denn wer nur nach-denkt über bereits Gedachtes, wird kaum je zu den Vor-denkerInnen gezählt werden können.

Je nach Altersstufe muss das Abstraktionsniveau angepasst werden: Bei kleineren Kindern (bis etwa 10 Jahren) ist es sinnvoll, möglichst nah an praktischen Erfahrungen und Beispielen zu diskutieren, etwas grösseren können bereits allgemeinere Erkenntnisse und Schlüsse zugetraut werden. Aber selbst für Erwachsene (wenn sie nicht akademisch philosophieren wollen) macht es Sinn, sich auf die eigene Lebenserfahrung zu stützen und nicht in rein theoretische Sphären und Spekulationen abzugleiten – oder höchstens „ausflugsweise“, um allfällige Erkenntnisse danach am Alltag zu messen. „Kinderphilosophie“ zählt zur Alltags- oder „Weltphilosophie“, wie Kant dies (in Absetzung von der Schulphilosophie) nannte.

Wie kommen wir überhaupt dazu, mit Kindern zu philosophieren?

Den ersten Zugang bilden sicher die Fragen der kleinen Kinder, die dabei sind, sich in der für sie allenthalben ganz neuen Welt einzufinden. Wenn Eltern und andere Erziehende diese 1001 Fragen nicht immer gleich als Anlass einer Möglichkeit, die Kinder zu belehren, verstehen, sondern als Einladung zum gemeinsamen Nachdenken und Phantasieren, dann können kleine „philosophische Dialoge“, wie Matthews sie beschrieben hat, entstehen. Es empfiehlt sich dabei, die Knirpse erst mal nach ihren Vermutungen oder eigenen Antwort-Ideen zu befragen, bevor wir unsere Meinungen beisteuern, denn in diesem Alter ist die Gefahr gross, dass wir Kinder mit vorgefertigten Antworten unnötig einschränken und zum reinen Konsumieren verleiten.

Mehr über den (philosophischen) Umgang mit „schwierigen“ Kinderfragen ist nachzulesen in Eva Zollers Buch „Selber denken macht schlau“ (Zytglogge 2011, 2. Aufl.). Dort ist auch die Methodik für den Kinderbuchansatz ausführlich und mit vielen Beispielen (zum Nachspielen!) erklärt.

Wenn wir nicht auf die Fragen der Kinder warten wollen, können wir sie auch mit geeigneten Bilderbüchern oder Texten zum Philosophieren einladen. Auch hierbei ist es ganz wichtig, von der weitverbreiteten Konsumhaltung Abstand zu nehmen: Bücher sind sicherlich auch zum Geniessen und lustvoll Lesen und Ansehen gedacht, sie geben aber ein Mehrfaches her, wenn man sie nutzt als Anlass für philosophische Gespräche. Dazu überlegt man sich eine Grundfrage, z. B : „Muss man wirklich immer gehorchen?“ (moralischer Bereich) oder „Warum gibt es eigentlich so verschiedene Menschen?“ (anthropologischer Bereich) oder „Kommen Tiere auch in den Himmel?“ (religionsphilosophischer Bereich) oder „Was sind eigentlich Gedanken?“ (Erkenntnisbereich)… Und zu dieser Grundfrage kann man sich vor dem Erzählen der Geschichte auch weitere Fragen ausdenken, die zur Ergründung der Hauptfrage beitragen könnten. So gewappnet lässt sich vielleicht schon mitten in der Geschichte, vielleicht auch erst, wenn das Buch zugeklappt ist, ein Gespräch zum gewählten Thema entwickeln. Diese Methode nennt man nach Sokrates (dessen Mutter eine Hebamme war) die „Hebammenkunst“, denn so leisten wir Geburtshilfe für die Weisheit der Kinder anstelle von gut gemeinter Belehrung.

Die dritte Möglichkeit, vor allem für Kinder und Jugendliche im Schulalter, besteht darin, gezielte Denkübungen und –spielereien anzubieten, welche in einigen speziell verfassten Lehrmitteln zur Kinderphilosophie zu finden sind. Der eingangs zitierte G. Matthews ist zum Beispiel einer der Autoren von philosophischen Kindergeschichten („Philosophische Gespräche mit Kindern“, Freese Verlag Berlin). Weitere Materialien, Anregungen, Anleitungen und Literaturhinweise bietet auch Eva Zoller Morfs drittes Buch „Selber denken macht schlau“sowie die Webseite der Dokumentationsstelle „s’Käuzli“: www.kinderphilosophie.ch.

Eva Zoller bietet Einführungsseminare dazu an. Für aktuelle Termine besuchen Sie bitte den Veranstaltungskalender auf www.kinderphilosophie.ch .

 

In diesem Bereich tätige Mitglieder:

Eva Zoller
Detlef Staude
Imre Hofmann
Dominique Zimmermann
Mike Roth
Oriana Brücker

Café Philo

Philosophische Cafés

Das Café Philo ist ein Gesprächsraum der besonderen Art. Menschen aller Alterstufen, Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten treffen sich zum Debattieren. Wer am Gespräch teilnehmen will, braucht kein besonderes philosophisches Fachwissen. Kommunikationsfreudigkeit und die Bereitschaft, das eigene Denken den Fragen und Einwänden der anderen auszusetzen, ist die einzige Voraussetzung.

Die Thematik wird entweder spontan von den Teilnehmenden selbst bestimmt oder vorgängig festgelegt. Der Philosoph oder die Philosophin ist während des gesamten Verlaufs in direktem Gespräch mit dem Publikum. Durch das gemeinsame Abwägen von Argumenten versuchen wir der Wahrheit ein Stück weit auf die Spur zu kommen.

Das Café Philo eignet sich auch für Unternehmen, Schulen und Institutionen.

Aktuelle Veranstaltungen finden Sie unter Aktuelles.

 

In diesem Bereich tätige Mitglieder

Detlef Staude
Mike Roth
Willi Fillinger
Roger Hofer
Albert Hoffmann
Imre Hofmann

Philosophie im Unternehmen

 Analytisches Denken, Kreativität und Erfahrung für Arbeitswelt und Politik

Woran orientiert sich eine Führungsperson in der Vielfalt der Angebote, in einem rasanten Wechsel der Märkte? Auf welche Werte kann ein Unternehmen bauen, wenn Kulturen mehr aufeinander prallen als auf einander treffen? Was bedeutet Führung in Entscheidungssituationen?

 Wann? – Fragestellungen und Anlässe

Philosophische Praktiker/innen in Unternehmen bieten an, Fragen wie die oben genannten in konkreter Anwendung zu bewegen und aus dem philosophischen Schatz des Denkens heraus Wege für die Herausforderungen der Arbeitswelt zu finden:

Umgang mit Mitarbeitern und sich selbst, Corporate Identity, Leben – Leistung – Sinn, Marketingstrategien, Investitionsentscheide, Umgang mit Stakeholdern u.v.a.

Wie? – Formen

Philosophische Praktiker/innen arbeiten in Unternehmen, Institutionen und Behörden als freie Mitarbeiter

in Führungsbegleitung und Coachings

in Vorträgen und Workshops

in Organisations- und Teamentwicklung

Wer? – Qualifikation und Verantwortung

Philosophische Praktiker/innen in Unternehmen haben in der Regel mehrjährige Weiterbildungen durchlaufen, durch die sie Orientierungs- und Methodenwissen spezifisch für die Beratung und Begleitung in Unternehmen anbieten können.

Wofür? -Nutzen

Philosophische Begleitung in Unternehmen dient dazu, konkrete Fragen gemeinsam zu lösen, Sinn in der Arbeitswelt finden und stiften zu können, eigene Leistung und die anderer zu bewerten, die Entwicklung zu einer autonomen und kreativen Persönlichkeit zu unterstützen.

 

In diesem Bereich tätige Mitglieder:

Anette Fintz
Thomas Gutknecht
Detlef Staude
Mirjam Musica
Oriana Brücker